Guttatus.ch -Private Farb - Morphen Zucht der Kornnatter / Pantherophis guttatus


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Zucht

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Zucht vs Vermehrung

Einige Gedanken zur Zucht


Kornnattern werden in Massen vermehrt, aber nur von wenigen gezüchtet!


Das Vermehren geschieht teils aus Neugierde auch einmal Baby-Schlangen zu haben, teils aus Unwissen weil entweder die Geschlechter nicht bekannt sind oder diese nicht getrennt gehalten werden. Mit den Folgen einer Legenot beim Weibchen, weil zu früh verpaart oder mit dem Schlupf von wildfarbenen Tieren die nur schwer zu platzieren sind.

Ein X-beliebiges Männchen mit einem X-beliebigen Weibchen zusammen zu setzen und der "Natur" ihren Lauf zu lassen hat nichts mit Zucht zu tun.

Gezüchtet wird mit ausgesuchten Tieren, die gesund und kräftig, möglichst blutsfremd, schön gezeichnet sind, ein ruhiges Wesen haben und die meist auch spezielle Gene tragen und diese in möglichst hoher Qualität zeigen.

Das Züchten setzt einige Kenntnisse an grundlegendem Wissen in der Genetik, Linienzucht und Auswahlzucht voraus. Ein entsprechender Genpool an zuchtreifen Schlangen ist vorhanden.
Oft werden 40 oder mehr Schlangen gehalten um entsprechende Ergebnisse zu erzielen.

www.guttatus.ch ist eine Hobby - Zucht und begnügt sich mit der Zucht einiger ausgesuchter Morphen, basierend auf ausgesuchten Tieren.


Definition von Zucht von Wikipedia


Bevor man Nachzuchten plant muss folgendes beachtet werden:

  • Ist das Zuchttier vom Alter, der Grösse, des Gewichtes und des Gesundheitszustandes bereit?
  • Sind die Tiere blutsfremd oder Verwandt? Wenn ja, in welchem Masse?
  • Welche Morphen sollen dabei schlüpfen? Eher schwierig zu platzieren sind Classic, Amelanistic und Anerythristic
  • Kann ich alle Nachzuchten an einen guten Platz vermitteln?
  • Wieviele Jung-Schlangen kann ich aufziehen? Es erfordert recht viel Zeit und Geduld!
  • Habe ich den Platz für die Jungtiere auch dann, wenn ich nicht alle "schnell" verkaufen kann?
  • Habe ich die finanziellen Mittel für genügend Futter, Behälter, Terrarien, Strom etc?
  • Was mache ich wenn deformierte oder nicht fressende Tiere etc schlüpfen?
  • Bin ich bereit Zeit und Geld zu Investieren OHNE dass die Kosten gedeckt sind?


Ein seriöser Züchter kennt den "Stammbaum" seiner Tiere, bzw den genetischen Hintergrund und gibt diesen mit den Nachzuchten an den Käufer weiter.
Ein klarer Vorteil gegenüber dem Kauf im Zoohandel und Import!

Die Haltungsbestimmungen sind überall auf der Welt verschieden, was sich dann auch in den Kosten der Schlange niederschlägt. Es gelten zB in der Schweiz klare Gesetze bezüglich der Terrariengrösse, eine Massenhaltung in Racks wie in den USA ist nicht erlaubt.
Höhere Preise bei den Terrarien, der Technik, dem Futter, dem Strom, der Miete etc macht die inländischen Nachzuchten meist teurer als Importtiere.

Seitenanfang I Zucht vs Vermehrung I Zuchtformen

Zuchtformen

Was ist Auswahlzucht, Linienzucht usw


Inzucht
Da bei Kornnattern fast alle Erbgänge rezessiv sind, spielt sie eine wichtige Rolle.
Mögliche Verpaarungen sind zB Mutter x männlicher Nachkomme, Vater x weiblicher Nachkomme, Geschwisterpaare usw.

Mit Inzucht können Eigenschaften / Merkmale verstärkt, kombiniert und herausgezüchtet werden sowie auch vererbbare Krankheiten aufgedeckt werden.

Bei Reptilien ist Inzucht nicht so gravierend wie beim Menschen, jedoch wird von mehr als 5-6 Inzuchtgenerationen (Filialgenerationen [F])abgeraten, da die Degenerierung dann zu stark ist.
Eine Verpaarung die über die 3. Generation hinaus wird von mir bereits abgelehnt.

Blutauffrischung / Outcrossing
Der nächste logische Schritt um nicht die Degeneration zu fördern besteht darin mittels blutsfremden Tieren frisches Blut in die Zuchtreihe zu bringen.
Wildfänge sollten nur bei einigen wenigen Arten zum Einsatz kommen. Sie haben meist Parasiten und sind Artenschutztechnisch nicht unbedenklich.
Bei Kornnattern ist die Vielfalt an Haltern und Züchtern so gross, dass Wildfänge nicht mehr nötig sind.

Der Haken daran ist, dass man nicht genau weiss wer sein Tier von wo hatte und verwandtschaftliche Beziehungen nicht zu 100% ausgeschlossen werden können.

Die mit mittels Inzucht geförderten Eigenschaften / Merkmale werden wieder abgeschwächt. Die vererbbaren Krankheiten werden verschleiert mitgetragen.

Das Einbringen des frischen Blutes ist am effektivsten mittels männlichen Tieren.
Es kann seine Gene schneller breiter streuen als Weibchen und so sind weniger neue Tiere nötig. Die in der Linie geförderten Eigenschaften werden somit auch weniger abschwächt.


Auswahlzucht
Der Gedanke hierbei ist, die möglichst gleichaussehendsten Tiere miteinander zu verpaaren um deren Eigenschaften / Merkmale gezielt in eine Richtung zu entwickeln.

Auswahlzucht benötigt viele Generationen um ein Resultat zu erhalten welches sich optisch von Tieren mit gleichem Genotyp unterscheidet.

Eine Verpaarung von Tieren aus einer Auswahlzucht bringt nicht immer das gewünschte Resultat. Die Tiere tragen die Merkmale nur in der Optik und nicht in den Genen.

Beispiele für Auswahlzuchten sind die Abbott's Oketee, High White, Sunglow, Grey Head usw

Linienzucht
Blutlinienzucht ist von einem Stammvater ausgehend.
Es werden die männlichen Nachkommen verfolgt.

Familienzucht ist von einer Stammmutter ausgehend.
Es werden die weiblichen Nachkommen verfolgt.

In der Terraristik spielt zur Zucht das Weibchen die grössere Rolle, weswegen meist die weibliche Linie verfolgt wird.
Allgemein kann man sagen, dass diese genau verfolgbaren Linien auf Wildfängen beruhen.
Diese stammen meist von streng geschützten, deswegen selten importierten Arten, oder Gattungen mit vielen lokalen Varianten, die meist ein kleines Verbreitungsgebiet haben (deren Eigenschaften es dann zu erhalten gilt) ab.

Bei Kornnattern macht eine Unterscheidung keinen Sinn. Es gilt nicht eine bedrohte / von der Verfügung her limitierte Spezies oder lokal vorkommende Varianten rein und gesund zu erhalten.
Man betreibt Linienzucht.

Linienzucht kombiniert Inzucht und Auswahlzucht.
Der grundlegende Gedanke ist hierbei die parental Tiere (P = Mutter x Vater; Blutstfremd) jeweils mit den Nachkommen zu verpaaren. Man baut sich so zwei "Stämme" auf.

Verfolgen wir es hier als Beispiel mit dem Vater:
Vater (P) mit 100% Vaterblut x Mutter (P) mit 0% Vaterblut verpaart ergiebt eine Tochter (F1) mit 50% Vaterblut.

Vater (P) x Tochter (F1) = F2 usw

F2 = 75% Vaterblut
F3 = 87.5% Vaterblut

Wir betreiben Inzucht und können Eigenschaften / Merkmale verstärken, kombinieren und herausgezüchten sowie auch vererbbare Krankheiten aufdecken.
Dazu werden nur die möglichst gleichaussehendsten Tiere miteinander zu verpaart um deren Eigenschaften / Merkmale gezielt in eine Richtung zu entwickeln. Es wird somit auch Auswahlzucht angewendet.

Da auf der Seite der Mutter das gleiche gemacht wurde kann das Blut wieder mit der eigenen Linie aufgefrischt werden.

F3 von der Vaterseite (87.5% Vaterblut, 12.5% Mutterblut) x F3 von der Mutterseite (87.5% Mutterblut, 12.5% Vaterblut gibt wieder Tiere mit 50% Vaterblut und 50% Mutterblut.
Es können auch F2 des einen mit F3 des anderen Stammes verpaart werden.

Auch eine Linienzucht sollte irgendwann mittels Outcrossing erneuert werden.

Oft werden auch diese verschiedenen Zuchtformen gemischt.
Man kann mit einer Auswahlzucht beginnen, diese über Inzucht festigen, outcrossen und eine Linie darauf aufbauen.

Solche aufwändigen Zuchtprojekte dauern Jahrzehnte.

Abkürzungen sind möglich, zB:

  • Tiere aus verschiedenen Auswahlzuchten mit gleichen Eigenschaften erwerben und darauf eine Linie aufbauen, Outcrossing entfällt.
  • Tiere aus verschiedenen Linienzuchten mit gleichen Eigenschaften / Genen erwerben und darauf aufbauend Auswahlzucht betreiben, Outcrossing entfällt.

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