Guttatus.ch -Private Farb - Morphen Zucht der Kornnatter / Pantherophis guttatus


Direkt zum Seiteninhalt

Hauptmenü


Genetik

Vererbungslehre und Begriffe

Einführung und Tutorials

Ein Grundwissen über die Vererbungslehre ist zur Zucht von Farb- und Zeichnungsvarianten der Kornnatter zwingend nötig.

Ich versuche hier so leicht verständlich wie möglich einen Einblick zu vermitteln.
Es kann sein, dass der Wissenschaft nicht zu 100% Genüge gatan wird, das geht zu Lasten der Verständlichkeit!

Als Grundlage dienen die Verebungslehren nach Johann Gregor Mendel.


Regel 1 "Uniformitätsregel"
Die Regel gilt bei Kreuzung zweier Individuen der „Eltern-“ oder Parentalgeneration (P genannt) welche sich in einem Merkmal in homozygoter (reinerbiger) Form unterscheiden.

Als Beispiel Kornnatter Wildfarben x Anerythristic (Fehlendes Rot).

Die daraus entstandenen Nachkommen in erster Generation / Filialgeneration 1 (F1 genannt) sind uniform, untereinander gleich. Dies hat Gültigkeitt für den Phänotyp (sichtbares Erscheinungsbild) wie den Genotyp (Erbanlagen), der dann bei allen heterozygot (mischerbig) vorliegt.
Hierbei spielt es keine Rolle ob die "speziellen" Erbanlagen (am Beispiel Anerythristic) vom männlichen oder weiblichen Tier herrühren.

Wie werden nun diese Tiere aussehen?
Der Phänotyp wird durch zwei verschiedenartige Erbgänge definiert:

a) dominant-rezessiv:
(Gilt für fast alle Gene der Kornnatter; Ausnahmen sind Ultra Hypo zusammen mit Amelanistic sowie Motley mit Stripe)

Wie wir gelernt haben, sind alle Tiere der F1-Generation uniform. Anhand des von mir gewählten Beispieles haben sie beim dominant-rezessiven Erbgang den selben Phänotyp wie
eines der Elterntiere.

Anhand des punnettschen Quadrates lässt sich der Schlupf mit den daraus resultierenden Genotypen grafisch aufzeichnen.

Beispiel:
Bei Kornnattern ist die Wildfarbe in (fast) jedem Fall dominant.
"Die" Wildfarbe beinhaltet effektiv drei Farben: Rot, Gelb und Schwarz. Eine Verpaarung eines Tieres welches die Farbe Rot enthält mit einem, dass sie nicht enthält wird immer zu Folge haben, dass im Nachwuchs sichtbares Rot enthalten ist. Die Anlage kein Rot zu bilden ist zwar vorhanden, wird aber durch das dominante Rot "überdeckt". Man spricht von rezessiver Vererbung des Genes.

Die "Sitze" der Erbanlage bezeichnet man als Allel. Ein Allel besteht aus zwei Loci, der eigentlichen "Information", in unseren Beispiel einmal von Tier 1 "Rot bilden" und der Information von Tier 2 "Kein Rot bilden". Deswegen werden solche Tiere als Mischerbig bezeichnet (heterozygot; kurz het), beinhalten sie doch beide Informationen im Erbgut, jedoch nur eine davon (die dominante Wildfarbe) ist sichtbar.

Der Genotyp ist bei allen Nachkommen Wa, het Anery.
Aus den Genotypen lässt sich der Phänotyp ableiten:
Wildfarben, alle Tiere sind aufgrund der Dominanz der Wildfarbe nun Wildfarben.

Der Schluss daraus ist, dass reinerbige / homozygote Tiere verpaart mit einem genotypisch gleichen wieder reinerbige Tiere erzeugt.
Um beim Beispiel zu bleiben:
Anery x Anery = Anery (im Genotyp wie auch im Phänotyp)


b) intermediär
Bei dieser Art der Vererbung weisen alle Tiere der F1 eine Mischung der Merkmale
beider Elterntiere auf.

Das würde (fiktives Beispiel) heissen, dass eine gelbe Kornnatter mit eine roten verpaart in der F1 Orange Tiere hervorbringen würde.

Diese Art der Vererbung wird teilweise bei Auswahlzuchten genutzt um z.B. die Ränder der Sattelflecken der Kornnatter (Oketee) breiter zu züchten, Motleys zu Circlebacks/Hurricanes etc, Amels zu Reverse Oketees / Hi-Whites / Sunglow usw zu differenzieren.


Es kann zu Ausnahmen der Uniformitätsregel kommen, wenn eine Anlage auf einem Geschlechts-Chromosom sitzt.
Bei Schlangen: Z = männliches Chromosom, W = weibliches

Ein ZZ (also männliches Tier) hätte die Merkmale einer auf "Z" sitzenden Mutation bedingt durch die Anordnung von ZZ stärker, bzw eine auf "W" sitzende, mangels W-Chromosom, gar nicht.
Ein ZW (weibliches Tier) kann auf "W" sitzende Mutationen ausschliesslich an seine weiblichen Nachkommen vereben, durch den ZW-Zustand (Hemizygot) können aber auch rezessive Merkmale sitzend auf "Z" Phänotypisch in Erscheinung treten.




Regel 2 "Spaltungsregel"

Die Regel gilt bei Kreuzung zweier Individuen der F1 (oder wenn Blutsfremd aber genotypisch identisch dann wieder P) welche sich in einem Merkmal in heterzygoter (mischerbiger) Form gleich sind.

Bei meinem Beispiel der Phänotyp Wildfarben, genotypisch Wildfarben het Anery verpaart mit Wildfarben het Anery.

Diese Nackommen nennt man, sofern F1 als Eltern dienten, als Enkel der P, oder zweite Filialgeneration F2.
(Die Nummer hinter F zeigt den Grad an Inzucht, es ist immer besser, blutsfremde aber genotypisch gleiche Individuen zu verpaaren, jedoch ist dies nicht immer möglich siehe Zucht.)

Diese Generation ist untereinander nicht mehr uniform, sie spalten sich bezüglich der Phänotyes auf.
Dabei werden die Merkmale der P-Generation wieder sichtbar.

Was nun geschieht ist mathematisch berechenbar und lässt sich weiterhin anhand des punnettschen Quadrates aufzeichnen.

Wir haben nun von zwei Elterntieren jeweils 2, also 4 Loci ( je zwei mal "Rot bilden" und "Kein Rot bilden") in unseren Elterntieren aus der F1 dies sich auf 2 reduzieren müssen in einem Tier der F2.

Es enstehen folgende drei Kombinationsmöglichkeiten:

  • Je 1 Locus von "Rot bilden" und "Kein Rot bilden" wird weitergegeben, dazu stehen die Chancen 50%
  • 2 Loci "Rot bilden" werden weitergegeben, die Chancen stehen bei 25%
  • 2 Loci "Kein Rot bilden" werden weitergegeben, die Chancen stehen bei 25%


Anhand des punnettschen Quadrates:
Genotypisch erhalten wir von 100% Nachkommen 3 Varianten:
50% Wildfarben het Anery (2Teile)
25% Wildfarben (1 Teil)
25% Anery (1 Teil)

Phänotypisch erhalten wir zwei Varianten:
75% Wildfarben
25% Anery

Das es augenscheinlich nicht möglich ist die Tiere mit het von den Tieren ohne het zu unterscheiden und dies im Verhältnis (innerhalb der 100% phänotypisch Wildfarbenen Tieren) 2:1 der Fall sein sollte spricht man korrekterweise von Wildfarben 66% poss het, kurz 66% ph (possibility Engl. = Möglichkeit).
Also von der Möglichkeit, dass von 3 Tieren 2 het sind.


.

Eine Verpaarung mit Wildfarben het Anery x Anery (reinerbig / homozygot) führt im punnetschen Quadrat zu einem anderen (besseren, aus Morphenzüchterischer Sicht) Verhältnis.
(Deswegen werden oft die F-Generationen mit den P-Generationen zurückverpaart)

Wir haben nun von zwei Elterntieren jeweils 2, also 4 Loci ( je einmal mal "Rot bilden" und dreimal "Kein Rot bilden") in unseren Elterntieren die sich auf 2 reduzieren müssen in einem Tier der F2.

Es enstehen folgende zwei Kombinationsmöglichkeiten:

  • Je 1 Locus von "Rot bilden" und "Kein Rot bilden" wird weitergegeben, dazu stehen die Chancen 50%
  • 2 Loci "Kein Rot bilden" werden weitergegeben, die Chancen stehen bei 50%


Genotypisch erhalten wir von 100% Nachkommen 2 Varianten:
50% Wildfarben het Anery (2Teile)
50% Anery (2 Teile)

Phänotypisch erhalten wir zwei Varianten:
50% Wildfarben
50% Anery



Bei der intermediäreren Vererbung würden wir anhand des fiktiven Beispiels bei einer Verpaarung der orangefarbenen Kornnattern (F1) wieder jeweils in der F2:
1 rote, 1 gelbe und 2 orange erhalten.

Wir erhalten 3 Phänotypen in 3 Genotypen.

Auf diese Weise entstehen einfach homozygote Individuen.



Regel 3 "Unabhängigkeitsregel / Neukombinationsregel"
Die dritte Regel beschreibt das Vererbungsverhalten zweier unabhängiger Mutationen, die bei der Verpaarung zweier, jeweils für eine andere Mutation, reinerbige Tiere in deren Nachkommenschaft in der F2 sich neu kombinieren.

Anhand des punnettschen Quadrates lassen sich auch komplexere Erbgänge aufzeichnen.
Bei der hier abgebildeten Verpaarung von Wildfarben het Anery und Hypo lassen sich genau gleich die genotypischen und phänotypischen Schlüpflinge ermitteln.

Nachdem wir in den voran gegangenen Beispielen einfachheitshalber "W" als dominant eingetragen haben, wenden wir hier die Schreibweise der Buchstaben (gross / klein) an.

Die Tiere sind Wildfarben mit heterozygoen Anlagen, sie können entweder keinen oder einen heterozygoten Locus weitervererben.
Somit entstehen vier Möglichkeiten die ein Tier Wildfarben het Hypo und Anery an Eizellen bzw Spermien produzieren kann:
HA = het Hypo und Anery
Ha = het Hypo
hA = het Anery
ha = keine het's
Ein Grossbuchstabe steht für eine erfolgreich weiter vererbte Mutation, ein Kleinbuchstabe heisst nicht erfolgreich.

Da jedes Elterntier jeweils einen Locus an das Allel beisteuert werden jeweils Buchstabengruppen gebildet aus den A/a und H/h.
Am Beispiel H/h erklärt:

HH
Homozygot Hypo, beide Loci tragen die Mutation. Genotypisch und Phänotypisch Hypo

hH / Hh
Sind genotypisch identisch, da nur jeweils ein Locus die Muation trägt.
Phänotypisch Wildfarben, genotypisch het für Hypo.

hh
Kein Locus trägt die Muation, das Tier ist geno- und phänotypisch Wildfarben.

Stellen wir die Möglichkeiten der beiden Tiere wieder im Quadrat gegenüber, erhalten wir eine Tabelle mit 16 Feldern. Das Schlupfergebnis lässt später also in sechzehnteln ausdrücken.


Zur besseren Übersichtlichkeit habe ich die Felder hier eingefärbt.
Die Schlupfrate wird voraussichtlich

4/16 Wildfarben het für Anery und Hypo,
2/16 Anerythristic het für Hypo,
2/16 Hypomelanistic het für Anery,
2/16 Wildfarben het für Anery,
2/16 Wildfarben het für Hypo,
1/16 Ghost,
1/16 Anerythristic,
1/16 Hypomelanistic,
1/16 Wildfarben ohne het

sein.



So entstehen zweifach homozygote Tiere.
Dafür besteht wie wir gesehen haben eine Wahrscheinlichkeit, dass 1 Tier von 16 als Ghost schlüpft. Natürlich beeinflusst auch hier eine homozygot x heterozygote Verpaarung die Schlupfrate erheblich.

Diese könnte sein:
Hypo het Anery x Wildfarben het Hypo und Anery (1 von 8)
Anery het Hypo x Wildfarben het Hypo und Anery (1 von 8)

Hypo het Anery x Hypo het Anery (1 von 4)
Anery het Hypo x Anery het Hypo (1 von 4)
Anery het Hypo x Hypo het Anery (1 von 4)
Ghost x Wildfarben het Anery und Hypo (1 von 4)

Ghost x Hypo het Anery (1 von 2)
Ghost x Anery het Hypo (1 von 2)

Ausser schneller ans Ziel zu kommen bieten solche Verpaarungen den Vorteil, weniger poss het Tiere hervorzubringen.
Einige davon sogar gar keine, welche solltet Ihr nun selber bestimmen können ;-)

Home | Die Kornnatter | Tiere | Biete / Suche | Zucht | Weitere Info's | Kontakt | Links | Literatur-Tipps | Genetik | Morphen | Über mich | Impressum | Site Map


Copyright by Guttatus.ch | Benutze_den_Kontakt@guttatus.ch

Zurück zum Seiteninhalt | Zurück zum Hauptmenü